Übergang


Übergang

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Über|gang ['y:bɐgaŋ], der; -[e]s, Übergänge ['y:bɐgɛŋə]:
1.
a) das Hinübergehen, das Überqueren (von einem Bereich):
der Übergang der Truppen über den Rhein.
b) Stelle, an der etwas, das schwer zu passieren ist oder nicht überall passiert werden darf, überquert werden kann/darf:
ein Übergang für Fußgänger; alle Übergänge werden bewacht.
Syn.: Brücke, Überführung.
Zus.: Bahnübergang, Fußgängerübergang, Grenzübergang.
2. das Fortschreiten und Hinüberwechseln zu etwas anderem, Neuem:
der Übergang vom Schlafen zum Wachen; der Übergang aus einer Tonart in die andere; ohne Übergang von jetzt auf nachher ausrasten.
3. Zeit zwischen zwei Entwicklungsphasen, Epochen o. Ä.; Zeit des Übergangs (2):
für den Übergang genügt das.
Syn.: Zwischenzeit.

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Über|gang 〈m. 1u
1. das Hinübergehen, Überschreiten (Grenz\Übergang)
2. das Übergehen (in etwas anderes), Wechsel, Wandlung
3. 〈Mal.〉 Schattierung, Abstufung
4. 〈Mus.; Lit.〉 Überleitung (verbindende Tonfolge, verbindender Satz, verbindende Worte)
5. Weg, Brücke (über Fluss od. Bahngleis)
6. durch Ampel, Schranke od. Zebrastreifen gesicherter Weg über eine Straße od. ein Bahngleis (Bahn\Übergang, Fußgänger\Übergang)
7. 〈Eisenb.〉 zusätzlich, nachträglich gelöste Fahrkarte für die 1. Klasse, wenn man nur 2. Klasse gelöst hat
8. Zwischenstufe, Zwischenlösung, unfertiger Zustand
gibt es hier einen \Übergang? (über den Bach, Fluss); zwischen zwei Sätzen, Themen einen \Übergang schaffen 〈Lit.; Mus.〉; sein: alle diese Erscheinungen, Maßnahmen usw. sind ja nur ein \Übergang ● feine, zarte Übergänge 〈Mal.〉 ● wir stehen noch am, im \Übergang (von einer Entwicklungsstufe zur anderen); hier kein \Übergang für Fußgänger!; \Übergang aus od. von einer Tonart in die andere; \Übergang des Tages in den Abend; Gedanken, Geschichten ohne \Übergang aneinanderreihen; den \Übergang von der zweiten in die erste Klasse lösen

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Ü|ber|gang: in Chemie u. Physik Bez. für eine mit einer gewissen Übergangswahrscheinlichkeit spontan oder erzwungen eintretende Änderung des energetischen Zustands eines mikrophysikal. Systems, z. B. bei Molekülen im Übergangszustand oder bei den mit Emission bzw. Absorption von Lichtquanten verbundenen strahlenden oder den strahlungslosen Ü. in Photochemie (Jabl̷onski-Diagramm) u. Spektroskopie. Als quantentheoretisch »verboten« oder »erlaubt« werden Ü. durch spezif. Auswahlregeln definiert.

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Über|gang , der; -[e]s, …gänge [mhd. überganc, ahd. ubarkanc]:
1.
a) das Überqueren, Überschreiten, Hinübergehen:
beim Ü. über die Pyrenäen;
b) Stelle, Einrichtung zum Überqueren, Passieren:
ein Ü. für Fußgänger;
einen Ü. über den Fluss suchen.
2. Wechsel zu etw. anderem, Neuem, in ein anderes Stadium:
allmähliche, kontinuierliche, unvermittelte Übergänge;
der Ü. vom Wachen zum Schlafen;
der Ü. (die Überleitung zu einem anderen Thema) war abrupt;
beim Ü. vom Handbetrieb auf maschinelle Fertigung;
eine Farbkomposition mit zarten Übergängen (Abstufungen);
ohne jeden Ü. (ganz unvermittelt, abrupt).
3. <o. Pl.> Zwischenlösung:
dieses kleine Apartment ist ein Ü., dient nur als Ü.
4. Wechsel des Besitzers:
der Ü. des Eigentums auf den Staat.

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I
Übergang,
 
1) Eisenbahn: Bahnübergänge.
 
 2) Physik: die Änderung des energetischen Zustands eines atomaren oder subatomaren (quantenphysikalischen) Systems; Übergänge in diesem Sinn (insbesondere zwischen diskreten Zuständen) können nicht raumzeitlich deterministisch, sondern nur mit Wahrscheinlichkeitsbegriffen (z. B. Übergangswahrscheinlichkeit) beschrieben werden. Strahlende oder Strahlungsübergänge sind mit der Emission oder Absorption von Photonen verbunden (Gegensatz: strahlungsloser Übergang). Als verboten werden Übergange bezeichnet, die bestimmte Auswahlregeln verletzen (verbotene Linien).
II
Übergang,
 
ein zur Netzkopplung eingesetztes Gateway.

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Über|gang, der; -[e]s, ...gänge [mhd. überganc, ahd. ubarkanc]: 1. a) das Überqueren, Überschreiten, Hinübergehen: der Ü. der Truppen über den Fluss; Beim Ü. über die Pyrenäen starb mir die Frau (Seghers, Transit 78); b) Stelle, Einrichtung zum Überqueren, Passieren: ein Ü. [über die Bahn] für Fußgänger; Punkt 8.20 befuhr der erste Kraftverkehrsbus den neuen Ü. (Grenzübergang) in Richtung Hof (Freie Presse 3. 1. 90, 1); Fritz wusste einen Ü. über den Fluss (Böll, Haus 112); Wer dem Fluchthorn ... einen Besuch abstatten möchte, wählt das Zahnjoch als Ü. (Alpinismus 2, 1980, 15). 2. Wechsel zu etw. anderem, Neuem, in ein anderes Stadium: allmähliche, kontinuierliche, unvermittelte, abrupte Übergänge; der Ü. vom Wachen zum Schlafen; die ganze Perspektive, unter der wir bisher den Ü. zum Kommunismus gesehen haben (Bahro, Alternative 24); Er sucht einen Ü. (eine Überleitung zu einem anderen Thema; Fallada, Herr 91); Zur bayrischen Form zählt ... der Haufenhof ..., der einen Ü. (eine Zwischenstufe in der Entwicklung) zum Dreiseithof ... darstellt (Bild. Kunst III, 41); Man brauchte einen Papst des -s. Der Nachfolger stand schon bereit (Spiegel 52, 1965, 77); Alles deutet auf Ü. Wie es ist, bleibt es nicht (Chr. Wolf, Nachdenken 179); Ohne auf Übergänge bedacht zu sein ..., stürzte die Tagesglut ... in die Kühle der afrikanischen Nacht (Erh. Kästner, Zeltbuch 7); beim Ü. vom Handbetrieb auf maschinelle Fertigung gab es zunächst Schwierigkeiten; eine Farbkomposition mit zarten Übergängen (Abstufungen); dass die Seele nicht etwas ist, das in allmählichen Übergängen seine Farben wechselt (Musil, Törleß 128); ohne jeden Ü. (ganz unvermittelt, abrupt). 3. <o. Pl.> a) Übergangszeit (1, 2); b) Zwischenlösung: dieses kleine Apartment ist für ihn nur ein Ü., dient ihm nur als Ü. 4. (bei der Bahn) zusätzliche, nachträglich gelöste Fahrkarte für die nächsthöhere Klasse: einen Ü. [nach]lösen. 5. das Übergehen (1): der Ü. des Eigentums auf den Staat; infolge -es des Geschäftes ... an die ... „Huber-Steiner Möbelfabrik AG“ (Oltner Tagblatt 26. 7. 84, 9).

Universal-Lexikon. 2012.

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